Cadiz: Der dezente Charme der Bourgeoisie

Cadiz(mko) Cadiz ist für Besucher eine wahre Wundertüte – voller Überraschungen. Die Stadt wird heute noch gern als „Silbertässchen“ bezeichnet oder auch  als “klein Havanna“, sie gilt als die lateinamerikanischste  Stadt Europas.
Verlockende Ausblicke allerorten im Dreifarbenspiel: gelber Sand, blauer Himmel, weiße Häuser – 129 Aussichtstürme, enge Gassen, mächtige Kathedralen, Plätze und Palasthäuser, die das verblassende Ambiente vergangener Tage atmen. Gummibäume, Yacarandas, Papageien, Türen aus Edelhölzern, einst reichste Stadt Spaniens, heute eine der ärmsten. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent bei 118 000 Einwohnern. Cadiz – schon der Name klingt geheimnisvoll, ist eine Provinzhauptstadt im Süden Spaniens, in Andalusien, nur 14 Kilometer getrennt von der Küste Afrikas.

Auch die Provinz Cadiz scheint mitzuspielen beim Understatement der Dinge. Ein Sonnenuntergang ist hier nicht nur ein einfacher Sonnenuntergang, hier an der Costa de la Luz (Küste des Lichtes) kommt es zu der so genannten Rayleight-Streuung, d. h. die Sonne wird zu einer glühenden roten Kugel und versinkt dann allmählich im Meer – unvergesslich, auch für Regisseur Steven Spielberg, er drehte hier 1987 seinen Film „Das Reich der Sonne“.

Seit dem 7. Jahrhundert war Cadiz ein blühendes Handelszentrum, mit Auf- und Abs, nach der Entdeckung Amerikas – Christoph Kolumbus starte von hier in die neue Welt - blühte der Handel erneut auf, nicht zuletzt auch als Hafen der spanischen Silberflotte. Hier wurde 1812 die erste spanische Verfassung „la Pepa“ unterzeichnet, die sowohl Amerika als auch Europa beeinflusste.

Die wohlhabende „Bourgeoisie“, bedeutende Familien von Schiffseignern mit Handelsbeziehungen auch zum indischen Subkontinent, bauten ihre Palast- und Herrenhäuser mit spektakulären Barockfassaden in den Straßen nahe des Hafens, so dass sie von ihren Aussichtstürmen aus die Ankunft ihrer Schiffe kontrollieren konnten. Als Handelsplatz wurde Cadiz zur Residenz der Handelsschifffahrtsgesellschaften nach Indien.  Von Reichtum und Pracht  zeugen noch heute die Palasthäuser, besonders gut zu besichtigen in der Strasse Sopranis, der Familien Soprani und Lila, ebenso im „Haus des Admirals“ oder im „Turm Tavia“ mit einer Camera Oscura im Inneren. Seit 1976 steht die Altstadt  – Populo gilt als das älteste Viertel der Stadt – unter Denkmalschutz.

 Cadiz besitzt zugleich wohl auch das schönste und stilvollste Café Andalusiens, vielleicht ganz Spaniens, das „Café “Royalty“ an der Plaza Candelaria, ein legendärer und eleganter Ort  mit einer prächtigen Innendekoration, 2018-10-27 2018 Andalus, Toscana, Ostsee, Wörlitz, Paris 020 allabendlich finden hier Konzerte statt.

Händler aus Genua, Venedig oder Frankreich brachten den Karneval mit seinen typischen Spottgesängen und Umzügen nach Cadiz, legendär für diese Region ist auch der Flamencotanz , einer der bekanntesten Flamenco-Musiker Andalusiens ist der Dichter und Dramatiker, Sänger und Komponisten Federico Garcia Lorca.
Von Cadiz aus ist es nicht weit zu den Weinfeldern von Jerez de la Frontera, den weißen Dörfern im Hinterland  und zu den feinsandigen Stränden z.B. der „Playa Santa Maria de mar“ und „Playa de la Victoria“ oder zum Strand von “Novo Sancti Petri“ in Chiclana de la Frontera, wo man mit bestem Atlantik-Panorama einen Aperitivo im Hotel „Andalucia Playa“ genießen kann.

Lohnenswert auch ein Ausflug zu den Steilküsten von „Los Canos de Meca“ (Barbate), dem Kap „Cabo Trafalgar“ oder den Buchten von „Conil“, einem  Fischerdorf zwischen Atlantikküste und Gibraltar. Von Mai bis Juni kommen die ersten roten Thunfischschwärme auf ihrem Weg ins Mittelmeer zum Laichen in die Nähe dieser Küste. Der spektakuläre und alternative Fischfang, der hier schon vor 3000 Jahren und bis heute praktiziert wird,  die „Almadraba“, kann in allen Einzelheiten in  der Fischfabrik von Conil in „La Chanca“ besichtigt werden. Kulinarisch ist der König der Zutaten hier der mit der traditionellen Almadraba-Technik gefangene rote Thunfisch (atun rojo), der in bis zu 24 verschiedenen Formen serviert wird.

Ein intaktes Ökosystem und eines der weitläufigsten, unberührten Küsten Europas erlebt man im „Donana Nationalpark“   in der Provinz Huelva. 35 Kilometer Küstenlinie, dynamische Wanderdünen, Salzwiesen, Sumpf- und Feuchtgebiete,   Küstenvögel, Flamingos, Hirsche, Wildschweine, Luchse, Ginsterkatzen und andere geschützten Arten, ein echter Szenenwechsel. Das Naturschutzgebiet liegt an derNationalpark Donana

Flussmündung des Guadalquivir und der Ortschaft Matalascanas in der Provinz Huelva. Auch hier gibt es feinsandigen Strände und ein gut ausgebautes Hotelangebot wie z.B. das „Sentido Ama Islantilla in Islantilla“.

www.thomascook.de