Laue Winter sorgen für mehr Zecken

Zeckenstiches mit Borrelioseinfektion am Unterschenkel eines Mannes

Foto: Wikipedia “Zeckenstich mit Borrelioseinfektion am Unterschenkel eines Mannes”

(mko) Vertreiben kalte Winter Zecken? Ja, das haben Forscher der Universität Ulm untersucht. Laut Dr. Swen Renner müssten Naturfreunde nach kalten Monaten weniger Probleme mit den Blutsaugern haben: „Die Wintertemperatur scheint die Zecken-Population zu beeinflussen.“ Da bedeutet, laue Temperaturen wie in diesem Jahr, sorgen für eine größere Verbreitung der Zecken, die gefährliche Krankheiten von der Borreliose bis zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. In Deutschland werden vor allem die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zecken übertragen. Wer jedoch glaubt, Zecken halten sich nur in freier Natur auf, der irrt. Im vorigen Jahr hat das Robert Koch Institut die Stadt Ulm und Umgebung zum FSME-Risikogebiet erklärt. Eine mehrstufige Impfung wird empfohlen und in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

FSME wird durch ein Virus ausgelöst und greift das zentrale Nervensystem an. Verläufe können leicht sein und lediglich Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen umfassen, aber auch zum Tod führen. Im fortgeschrittenen Stadium sind Hirnhautentzündungen oder sogar Gehirnentzündungen mit teils bleibenden Schäden möglich.

Gegen die bakteriell verursachte Borreliose gibt es keine wirksame Impfung. Es handelt sich um eine multisystemische Erkrankung, die verschiedenste Symptome von Fieber und Kopfschmerzen über Hirnhautentzündung, Herz- und Gelenkprobleme verursachen kann. Typisch ist eine ringförmige Rötung um den Zeckenstich (Erythema migrans). Vor allem im Frühstadium lässt sich die Borreliose gut mit Antibiotika behandeln. Generell sollte die Zecke nach dem Stich möglichst schnell entfernt werden.
In Deutschland kommt das FSME-Virus vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vor sowie in Südhessen, Thüringen und Teilen von Nordhessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vor. „Diese bekannten Risikogebiete bestehen relativ stabil“, erklärt Professor Dr. phil. Franz X. Heinz, Vizepräsident der  Gesellschaft für Virologie

. Möglicherweise als Folge der Klimaveränderungen kamen in den letzten Jahren jedoch neue Verbreitungsgebiete des FSME-Virus hinzu, etwa in Nordeuropa, in Alpentälern und in einigen Mittelgebirgsregionen. Allein im Jahr 2013 wurden dem Robert Koch-Institut 420 Infektionen gemeldet. „Etwa ein Prozent der Fälle endet tödlich“, betont der Leiter des Departments für Virologie an der Medizinischen Universität Wien.

 

Siehe dazu auch i. Archiv: Frühjahrsurlaub: Zeit für FSME-Impfung -
“Vorsicht FSME: Bayer, Baden-Württemberg und Hessen sind Zecken-Risikogebiete”