Starkes Übergewicht begünstigt Harninkontinenz
Erstmals hat eine US-Studie jetzt bei älteren Frauen einen Zusammenhang zwischen einem erhöhtem Taillenumfang und vermehrt Stressinkontinenz aufgezeigt, während Dranginkontinenz mit einem erhöhtem Body Mass Index (BMI) einhergeht .
Mehr als 6.500 der insgesamt über 35.000 an der Studie teilnehmenden Frauen im Alter von durchschnittlich 66 Jahren entwickelten zwischen 2000 und 2002 eine leichte bis schwere Form von Harninkontinenz. Frauen mit einem BMI von weniger als 21 kg/m² hatten dabei ein deutlich geringeres Risiko für Harninkontinenz als Frauen mit einem BMI von 21 bis 23 kg/m². Dagegen stieg das Risiko für Frauen mit einem BMI von 25 bis 27 um 16 Proznet und bei Frauen mit einem BMI von mehr als 35 sogar um 125 Prozent an.
Ein ähnlicher Zusammenhang ergab sich zwischen Taillenumfang und dem Auftreten von Harninkontinenz: Frauen mit einem Taillenumfang von mehr als 95 cm waren deutlich häufiger von Harninkontinenz betroffen als Frauen mit einem Taillenumfang von weniger als 74 cm.
Zusätzlich wurde die Art der Inkontinenz, Drang- oder Stressinkontinenz, erfragt. Dabei zeigte sich, dass das Auftreten einer Dranginkontinenz mit steigendem BMI zunahm, wohingegen das Risiko für eine Stressinkontinenz mit der Zunahme des Taillenumfangs assoziiert zu sein schien. Als Ursache für Dranginkontinenz vermuten Wissenschaftler der Harvard Medical School and School of Public Health in Massachusetts/USA einen erhöhten BMI, der über biochemische Mechanismen zu einer Schädigung des Beckenbodens und damit zu einer funktionellen Einschränkung der glatten Muskulatur der Blasenwand und des Schließmuskels führt. Dagegen wird Stressinkontinenz durch einen erhöhten Druck auf die Harnwegsstrukturen infolge eines erhöhten Anteils an Fettgewebe im Bauchraum verursacht.
Die Ergebnisse zeigen, dass Übergewicht das Auftreten von Harninkontinenz über verschiedene Mechanismen beeinflusst. Fazit: das Risiko für Harninkontinenz im Alter reduziert sich bei niedrigem BMI und schlanker Taille!
22. Mai 2012 - © Redaktion medizinkorrespondenz.de




















