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(31.03.2008)

Ursache von Tinnitus und Hörsturz auf der Spur



Tinnitus oder Hörsturz stehen vermutlich in Zusammenhang mit einer gestörten Sauerstoffversorgung des Innenohrs. Allerdings sind die ursächlichen Zusammenhänge bisher nicht geklärt. "In erster Linie wird an die Versorgung des Innenohres über das Blut gedacht: Sauerstoff wird in der Lunge an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen gebunden und dann im entsprechenden Zielorgan freigesetzt. Es könnte aber auch noch einen anderen Mechanismus geben", erklärt Prof. Dr. Stefan Reuss vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er untersucht mit seiner Arbeitsgruppe die Rolle von zwei anderen Proteinen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt worden sind.
Bei Säugetieren einschließlich des Menschen kommen zwei weitere sauerstoffbindende Proteine vor, nämlich Neuroglobin und Cytoglobin, die eine ähnliche Funktion wie Hämoglobin erfüllen. Die Entdecker der beiden Proteine, Thomas Hankeln vom Institut für Molekulargenetik der Universität Mainz und Thomas Burmester, der jetzt an der Universität Hamburg lehrt und forscht, haben in Kooperation mit der Arbeitsgruppe um Stefan Reuss die Verteilung dieser beiden Eiweiße in Gehirn und Körper eingehend untersucht. Dabei zeigte sich, dass beide Globine in jeweils deutlich abgegrenzten
Neuronengruppen des Zentralnervensystems vorkommen.

Zu diesen gehören nun genau die Neurone im auditorischen Hirnstamm, die die Verbindungen vom Gehirn zu den Sinneszellen des Hörorgans herstellen. Diese sind für Wahrnehmung und Verstärkung des Schalls verantwortlich -- vielleicht aber auch für die Entstehung von Geräuschen wie dem Tinnitus. "Diese Verbindungen werden von uns zur Zeit untersucht", so Reuss.
"Mit Neuroglobin und Cytoglobin sind seit langer Zeit wieder Substanzen gefunden, die bei der Entstehung von Tinnitus oder der altersbedingten Schwerhörigkeit, die Millionen Patienten betreffen, eine Rolle spielen könnten." Zunächst handelt es sich jedoch um Grundlagenforschung, bei der es um die Entschlüsselung grundsätzlicher Mechanismen geht. Mehr



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23. Mai 2012 - © Redaktion medizinkorrespondenz.de

   







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