Rückenschmerzen: MRT-Untersuchungen oft überflüssig

 Rückenübung Foto: ABC PR


Rückenübung
Foto: ABC PR

(mko) Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, also altersbedingte Abnutzungserscheinungen, gehören zu den Volkskrankheiten unserer westlichen Welt. Gründe dafür liegen meist in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit, Bewegungsmangel und Übergewicht.
Fast jeder hat im Laufe seines Lebens schon mal Rückenschmerzen. Doch Kostenintensive, bildgebende Verfahren müssen daher nicht routinemäßig veranlasst werden, sondern sollten lediglich bei Patienten mit schweren Symptomen wie Lähmungserscheinungen oder besonderem Risikoprofil vorgenommen werden. Basis für die Diagnose sollte zunächst die ausführliche klinische Untersuchung sein, dann wird entschieden, ob eine Bildgebung erforderlich ist. Für viele Ärzte ist es problematisch, dass die Betroffenen häufig vehement eine Bildgebung einfordern. Denn viele Patienten sind `bildergläubig´“, erklärt Professor Michael Forsting vom Universitätsklinikum Essen.

Routinemäßig wie viele Patienten glauben, sind Bildgebende Untersuchungen bei erstmalig auftretenden Rückenschmerzen aber nicht erforderlich!

Denn nach den geltenden Leitlinien sollten bildgebende Verfahren erst dann vorgenommen werden, wenn Lähmungserscheinungen auftreten oder wenn bestimmte Risikofaktoren nachweisbar sind, die auf eine ernsthafte Erkrankung der Wirbelsäule hindeuten. So können z.B. klopfschmerzhafte Wirbelsäulenschmerzen mit gleichzeitigen Entzündungszeichen im Labor Hinweis für eine Wirbelsäulenentzündung sein. Tritt ein stärkerer Schmerz vorwiegend in der Nacht auf, dazu einen starke Ermüdbarkeit, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können das Symptome für einen möglichen Tumors an der Wirbelsäule sein. Hier müssen zur Abklärung bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Auch bei Patienten mit vorausgegangenen Krebsleiden ist eine sofortige bildgebende Diagnostik angeraten. Natürlich sollten auch sehr starke, in die Beine ausstrahlende Schmerzen durch eine Bildgebung abgeklärt werden. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist hier an erster Stelle zu nennen, da sie auch die Weichteilstrukturen der Wirbelsäule (z.B. die Bandscheiben oder das Rückenmark) und sogar Frühveränderungen gut darstellt. Die dreidimensionale Bildgebung zeigt alle degenerativen Schäden an der Wirbelsäule und liefert wichtige Hinweise für die Therapieentscheidung.